Wohnen für alle in Bargteheide

Wohnen für alle in Bargteheide

Die SPD-Fraktion will das Wachstum von Bargteheide begrenzen und steuern. Was würde ein „weiter so wie bisher“ bedeuten? Mehr Einrichtungen für Kinderbetreuung, eine neue Grundschule, mehr Klassenräume in den weiterführenden Schulen, mehr Verkehr, Ausbau der Kanalisation und so weiter. In den letzten 15 Jahren konnten wir uns dieses Wachstum leisten, weil die Stadt größere Flächen von Landwirten erworben hatte und beim Verkauf der Grundstücke diese Investitionen bezahlen konnte. Die städtischen Flächen sind weitgehend verbraucht und die Rücklagen im städtischen Haushalt sind demnächst aufgebraucht.

Die jungen Familien aus Bargteheide und Umland profitieren von den vielfältigen Einrichtungen, die wir in den letzten Jahren geschaffen haben. Im Gegensatz zu benachbarten Städten haben wir zurzeit keine Engpässe in der Kinderbetreuung. Zusammen mit dem Amt Bargteheide-Land haben wir ausreichende Klassenräume für unsere Grundschüler. Aber bereits in den weiterführenden Schulen fehlen wieder Klassenräume. Mehr als 4 Schulen mit gymnasialer Oberstufe in Bargteheide? Kaum vorstellbar.

Wir wollen das Wachstum aber nicht nur begrenzen, sondern auch steuern. Bargteheide hat bereits heute mit 60% einen höheren Anteil an Einzel- und Doppelhäusern als vergleichbare Städte im Kreis Stormarn. Durch eine einseitige Siedlungspolitik von CDU und Wählergemeinschaft wurde dieser Anteil noch vergrößert. In den letzten 15 Jahren sind 70% der neu errichteten Wohneinheiten in Einzel-, Doppel und Reihenhäusern entstanden. In den letzten zwei Jahren entstanden in der Jersbeker Straße und in der Wurth zwei größere Komplexe mit Eigentumswohnungen jedoch zu völlig abgehobenen Preisen. Und in der von den Grünen favorisierten Öko-Siedlung können sich auch nur reiche Menschen eine Wohnung leisten.

Die aktuelle Bevölkerungs- und Wohnungsprognose sieht für die nächsten 15 Jahre völlig andere Anforderungen an die Wohnungsbaupolitik in Bargteheide. Statt 14% Wachstum und 2.100 zusätzliche Einwohner in den nächsten 12 Jahren werden jetzt nur noch 8% Wachstum und 1.200 Einwohner für Bargteheide gefordert. Das bedeutet einen zusätzlichen Wohnraumbedarf von 52 Wohnungen pro Jahr. Wir wollen deshalb mit den anderen Fraktionen reden und uns für eine Begrenzung des Wachstums einsetzen.

Entscheidend ist laut der Bevölkerungs- und Wohnungsprognose aber auch, welche Wohnungen in Zukunft neu entstehen. Es werden zum einen kleinere Wohnungen für das selbständige Wohnen im
Alter benötigt und für junge Familien Wohnungen, die noch bezahlbar sind. Auch für dieses Ziel wollen wir bei allen Fraktionen in der neuen Stadtvertretung werben. Große Sorge macht uns der sinkende Bestand an sozial geförderten Wohnungen in Bargteheide. Von den derzeit 222 Wohnungen werden 82 in den nächsten 8 Jahren nach 35 Jahren aus der Förderung herausfallen. Dabei reicht es nicht, den Bestand durch Neubau zu erhalten. Bereits heute sind bei der Stadt 156 gemeldet, die Anspruch auf eine sozial geförderte Wohnung haben und sich die steigenden Mieten mit ihrem Familieneinkommen nicht mehr leisten können. Deshalb unsere zentrale Forderung  bezahlbaren Wohnraum für die Menschen zu schaffen, die in Bargteheide arbeiten oder in Ausbildung sind.

Jürgen Weingärtner

Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Stadt Bargteheide

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