Stadtentwicklung: ja!!!
Jährlich 200.000 + x Euro: nein!!!


20. Februar 2017

Jürgen Weingärtner Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

es gibt ein neues Thema, das die politischen Gremien der Stadt beschäftigt. Es ist das Stadtentwicklungskonzept. Und wie es so ist, mit Sachen die unglaublich wichtig und intelligent klingen, sie sind auch unglaublich teuer. Gewünscht wird das Stadtentwicklungskonzept von der Bürgermeisterin Frau Kruse-Gobrecht und den Fraktionen von Grünen und WfB. Es ist ihr Ziel, die Entwicklung der Stadt in allen Lebensbereichen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte voraus zu planen. Dazu möchte die Stadtverwaltung zwei Vollzeitmitarbeiter unbefristet einstellen und weitere Gelder für externe Moderatoren ausgeben. Dies kostet den Bürger 200.000 € jährlich.

Wer braucht solch ein Stadtentwicklungskonzept? Große, unübersichtliche Städte oder Städte mit Strukturproblemen oder Sanierungsgebieten. Bargteheide ist weder groß noch unübersichtlich. Ganze Gebiete mit Sanierungsbedarf oder soziale Brennpunkte in Bargteheide? Fehlanzeige!

Welche Grenzen hat mittel- oder gar langfristige Planung? Das große Problem der Planung ist, dass nie alle Faktoren bekannt sind, die die Zukunft beeinflussen werden. Vieles basiert auf Prognosen. Es werden immer Ereignisse eintreten, auf die spontan reagiert werden muss. Deshalb sagen auch alle Stadtentwicklungsplaner, dass die Ergebnisse einer ständigen Erfolgskontrolle bedürfen und weiterentwickelt werden müssen.

Zur Umsetzung von Plänen bedarf es in der Regel Dritter, auf dessen Handeln die Stadt begrenzten Einfluss hat. Die für die Stadt verantwortlichen Menschen wechseln. Sie haben vielleicht eine andere Sicht auf die Dinge. Was sind die Ideen von gestern da noch wert? Der Bereich Utspann wurde vor 12 Jahren mit großer Bürgerbeteiligung und dann als Architektenwettbewerb überplant. Eine Umsetzung ist nie erfolgt.

Wie machen wir, die SPD, Stadtentwicklung? Als politische Partei formulieren wir Ziele, wie die Stadt sich entwickeln soll. Die SPD-Fraktion beschließt einzelne Projekte und sucht nach politischen Mehrheiten. Grundlage hierfür sind Wünsche unserer Mitbürger, die an uns herangetragen werden. Eine umfangreiche Bürgerbeteiligung findet in allen Sitzungen über die Einwohnerfragestunde statt. Wir fordern auch zu wichtigen Themen Einwohnerversammlungen.

Bargteheide ist eine liebenswerte, lebendige Kleinstadt. Die Bürger fühlen sich in Bargeheide sehr wohl, so wie es ist. Viele Neubürger ziehen nach Bargeheide, weil die Stadt attraktiv ist. Bargteheide steht im Land sehr gut da und andere Städte und Gemeinden schielen neidisch auf uns. Welche Stadt in Schleswig-Holstein mit 16.000 Einwohnern hat zwei Gemeinschaftsschulen, zwei Gymnasien und eine Waldorfschule? Wer hat eine solche Vielfalt an Trägern bei der Kinderbetreuung und ausreichend Plätze? Wir haben eine lebendige Innenstadt mit vielen Geschäften. Unsere Kulturangebote sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Wir bauen eine eigene Ortsumgehung und sind schuldenfrei!

Entwicklungsziele für die Zukunft im Blick, darauf basierende Planung und schnelles Reagieren auf anstehende, unvorhersehbare Probleme hat diese Stadt zum Erfolg geführt und an diesem Erfolgskonzept wollen wir festhalten. Jährlich 200.000 +X Euro für festangestellte Stadtentwicklungsplaner und externe Berater kann man besser in die konkreten Bedürfnisse der Menschen unserer Stadt investieren.

Jürgen Weingärtner

Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Stadtvertretung Bargteheide